Meine Ubuntu 10.04 Lucid Lynx Problemchen (und wie ich sie gelöst habe)
Der Luchs ist da! Deshalb ist es wie schon bei Karmic an der Zeit alle Änderungen zu dokumentieren, die ich vornehmen musste, damit alles nach meinen Vorstellungen läuft. Diese Liste wird über die Lebenszeit des Luchses sicherlich noch etwas wachsen. Einige Probleme sind sehr speziell, andere könnten auch andere Benutzer interessieren. Im Großen und Ganzen bin ich schwer begeistert von 10.04: Alles wirkt etwas smoother, schneller und aufgeräumter. Karmic hat mir zwar gute Dienste geleistet, aber den Luchs habe ich bereits jetzt ins Herz geschlossen. Euch allen ein schönes halbes Jahr (oder sogar 3?) mit Ubuntu 10.04 Lucid Lynx!
Problemchen #1: Fensterbuttons nach rechts verschieben
Zum Glück nur einmal Copy/Paste....
gconftool-2 --set /apps/metacity/general/button_layout --type string "menu:minimize,maximize,close"
Problemchen #2: Miese Flash Performance
Seit Karmic wurden die Standardeinstellungen für den Radeon-Treiber geändert. Meine Mobility Radeon 9600 auf einem Asus M6N kommt im Zusammenspiel mit Flash damit nicht klar. Webseiten mit Flash pushen die CPU auf 100%. Mit dieser xorg.conf klappt es:
Section "Device" Identifier "Configured Video Device" Option "AccelMethod" "XAA" EndSection
Problemchen #3: Fensterskalierung bei Pokerstars
In Pokerstars unter Wine skalieren die Tische nicht mit, wenn man das Tischfenster resized. Mit einem speziellen Eintrag in der user.ini im Pokerstarsverzeichnis lässt sich das beheben. Nach einem Neustart von Pokerstars lässt sich das Fenster mit F5 auf die richtige Größe bringen.
# user.ini [Options] f5redrawtable=1
Problemchen #4: Links in Pokerstars
In Pokerstars unter Wine öffnen angeklickte Links den Browser nicht.
"wine regedit" starten Key HKEY_CLASSES_ROOT\http\shell\open\command suchen In diesem Key "%1" nach "-nohome" anhängen
Problemchen #5: ffmpeg mit unfreien Codecs installieren
ffmpeg ist super zum konvertieren von Videos. Um auch unfreie Codecs nutzen zu können (z.B. h264, AAC) muss man ffmpeg selbst kompilieren. Das original Howto ist hier.
Problemchen #6: Logitech Quickcam Chat funktioniert unter Skype nicht
Die Kamera benötigt eine spezielle Library. So klappt es:
# Skype starten LD_PRELOAD=/usr/lib/libv4l/v4l1compat.so skype
Problemchen #7: Es werden nicht alle Auflösungen und Wiederholraten meines externen Monitors erkannt
Eine Anpassung der xorg.conf mit den richtigen Werten funktioniert:
# /etc/X11/xorg.conf
Section "Monitor"
Identifier "NOVITAS"
Option "VGA"
HorizSync 30-80
VertRefresh 50-75
ModeLine "1024x768@75" 94.43 1024 1056 1528 1560 768 782 792 807
EndSection
Section "Screen"
Identifier "Default Screen"
Device "Configured Video Device"
Monitor "NOVITAS"
DefaultDepth 24
SubSection "Display"
Depth 24
Modes "1027x768@75" "1024x768" "800x600"
EndSubSection
EndSection
Problemchen #8: Der "Dokumentbetrachter" kann nicht drucken.
Geht doch. Hatte nur Probleme mit einem ganz bestimmten Dokument. Alle anderen funktionieren.
Problemchen #9: Der Ziffernblock meiner Tastatur geht nicht mehr
Wow was ist das denn? Jetzt wirds langsam nervig ![]()
"Mauszeiger per Tastatur steuern" war aktiv. Ist das eine neue Standardeinstellung?
(unter System > Einstellungen > Tastatur > Maustasten). Nach dem Deaktivieren dieses Features ging es wieder.
Problemchen #10: Lautstärkeregler im Panel ohne E-Mail Icon (Benachrichtigungsanzeige)
Seit Lucid sind der Lautstärkeregler und die Steuerung für Evolution und Messenger gebündelt als "Benachrichtigungsanzeige". Ich benutze Evolution nicht und das E-mail-Icon nimmt Platz weg.
Unter System -> Einstellungen -> Startprogramme "gnome-volume-control-applet" eintragen um nur die Lautstärkensteuerung ohne das Brief-Icon zu bekommen.
Problemchen #11: Aktuellste Adobe-Flash Version installieren
#!/bin/bash # # http://labs.adobe.com/downloads/flashplayer10.html # sudo su cd /tmp wget http://download.macromedia.com/pub/labs/flashplayer10/flashplayer10_1_rc2_linux_041910.tar.gz tar xvf /tmp/flashplayer10_1_rc2_linux_041910.tar.gz mv /usr/lib/flashplugin-installer/libflashplayer.so /usr/lib/flashplugin-installer/libflashplayer.so.orig mv /tmp/libflashplayer.so /usr/lib/flashplugin-installer/ rm /tmp/flashplayer10_1_rc2_linux_041910.tar.gz
Crosslink-Kabel Ersatz: Delock Crossover-Adapter RJ-45 (M) – RJ-45 (W)
Crosslink-Kabel benötige ich äußerst selten. Man kann mit ihnen 2 Rechner direkt von Netzwerkkarte zu Netzwerkkarte (ohne einen Switch oder Router) verbinden. Immer wenn ich aber mal eins gebraucht habe, war es ziemlich dringend. Natürlich war dann auch gerade keins zur Hand und es ist in einer üblen Bastelei ausgeartet, wie rechts im Bild zu sehen. Im Crosslinkkabel sind lediglich die Adern gekreuzt. Auf einer Seite des Kabels ist ein normaler Patchkabel-Stecker, auf der anderen dasselbe noch einmal spiegelverkehrt. Um diesem Problem aus dem Weg zu gehen und da ich solch ein Kabel vor kurzer Zeit einmal gebraucht hätte, habe ich mir diesen kleinen schicken Adapter bestellt, der in Sekunden aus einem normalen Patchkabel ein Crosslinkkabel macht.
Daten in Dropbox transparent verschlüsseln mit encfs
Dropbox ist schon ein wirklich cooles Tool. Nach der Installation hat man einen Ordner im lokalen Dateisystem, der automatisch alle enthaltenen Dateien online sichert und synchronisiert. Wenn man mehrere Rechner hat, erscheinen die Dateien auf allen Rechnern. Das ist sehr praktisch, zum Beispiel um wichtige Dokumente auf jedem Rechner verfügbar zu haben, oder um Konfigurationsdateien, wie zum Beispiel das E-Mail-Adressbuch zwischen Rechnern zu synchronisieren. Allerdings sollte man sich darüber bewußt sein, dass alle Daten im Dropbox-Ordner natürlich auch auf einer Festplatte irgendwo in der "Cloud" liegen (müssen). Dropbox gibt zwar an, dass sie die Daten der Nutzer selbst nicht einsehen können, da sie mit dem Passwort des Nutzers verschlüsselt werden. Trotzdem hatte ich immer ein ungutes Gefühl dabei "wichtige" Dateien zu "dropboxen". Mit Hilfe von encfs kann man sich allerdings innerhalb der Dropbox einen verschlüsselten Bereich anlegen, der vollkommen transparent verschlüsselt und entschlüsselt wird. Ein gutes Gefühl, oder?
Na dann mal los. Zunächst braucht man 2 neue Verzeichnisse. Zum einen ein Verzeichnis in der Dropbox, das später verschlüsselt wird und zum anderen ein Verzeichnis in das man das verschlüsselte Verzeichnis später entschlüsselt mounten kann:
mkdir /home/user/Dropbox/verschluesselt mkdir /home/user/Dropbox_entschluesselt
Danach bereitet man das verschlüsselte Verzeichnis für die Benutzung vor und mountet es direkt:
sudo apt-get install encfs encfs /home/user/Dropbox/verschluesselt /home/user/Dropbox_entschluesselt
Ab sofort werden alle Dateien, die in /home/user/Dropbox_entschluesselt abgelegt werden, verschlüsselt in die Dropbox gepackt.
Den Mountvorgang kann man beim Login mit einem kleinen Einzeiler automatisieren:
#!/bin/bash echo "MeinPasswort" | encfs -S /home/user/Dropbox/verschluesselt /home/user/Dropbox_entschluesselt
Eine gratis Dropbox mit 2.25 GB Speicher bekommst Du hier.
USB Netzwerkkarte (auch) für Linux: DeLOCK 61147 USB 2.0 > Ethernet Adapter
Achtung! Aktuell unter Lucid läuft der Adapter NICHT mehr.
Um es gleich vorweg zu nehmen - der Adapter läuft mit einem aktuellen Linux ohne Treiberinstallation sofort "out of the Box" (getestet unter Debian Lenny und Ubuntu Karmic). Drinnen steckt ein indischer MOSCHIP 7830. Mit dem praktischen Teil kann man allen Kisten mit USB-Anschluss eine weitere Netzwerkkarte spendieren. Zum Beispiel um ein Notebook als Bridge oder Router zu benutzen, oder um Kisten ohne Netzwerkkarte online zu bekommen.
Nach dem Einstecken:
# /var/log/messages Apr 23 18:23:08 ww kernel: [13489.976038] usb 1-3: new high speed USB device using ehci_hcd and address 7 Apr 23 18:23:08 ww kernel: [13490.112911] usb 1-3: configuration #1 chosen from 1 choice Apr 23 18:23:08 ww kernel: [13490.184613] usb 1-3: applying rev.C fixup Apr 23 18:23:08 ww kernel: [13490.192111] usb 1-3: applying rev.C fixup Apr 23 18:23:08 ww kernel: [13490.201739] eth2: register 'MOSCHIP usb-ethernet driver' at usb-0000:00:1d.7-3, MOSCHIP 7830/7730 usb-NET adapter, 00:13:3b:04:00:5a Apr 23 18:23:09 ww NetworkManager: SCPlugin-Ifupdown: devices added (path: /sys/devices/pci0000:00/0000:00:1d.7/usb1/1-3/1-3:1.0/net/eth5, iface: eth5) Apr 23 18:23:09 ww kernel: [13490.251588] udev: renamed network interface eth2 to eth5 Apr 23 18:23:09 ww NetworkManager: SCPlugin-Ifupdown: device added (path: /sys/devices/pci0000:00/0000:00:1d.7/usb1/1-3/1-3:1.0/net/eth5, iface: eth5): no ifupdown configuration found.
eth5 existiert danach und kann direkt konfiguriert werden.
Mit dabei ist noch eine Treiber-CD mit Treibern für Windows und Linux, man kann sich zur Not also auch das Kernelmodul selbst kompilieren. Der Hersteller bietet eine Seite mit aktuellen Treibern für alle gängigen Betriebssysteme. Und auch vom Chiphersteller selbst gibt es eine Treiber-Downloadseite.
Ein cooles Teil. Es wird sich noch im täglichen Gebrauch beweisen müssen, aber der erste Eindruck war sehr gut.
Auf Trojanerjagd mit einer sniffenden Netzbrücke
Vor einigen Tagen erhielt ich einen Anruf mit der Bitte um Hilfe. Aus einem Firmen-LAN mit ca. 10 Clients konnte keine E-Mail mehr versandt werden. Alle Mails blieben in der Warteschlange des lokalen SMTP stecken, der sie an einen Remote-SMTP beim Provider weiterreichen sollte. Eine manuelle Telnet-Session zum SMTP des Providers brachte schnelle Klarheit: "Your IP is blacklisted in Spamcop.net's Spam-Database". Ups. Ich dachte zunächst nichts Böses und ging davon aus, dass das Problem dadurch entstanden ist, dass durch Pech beim täglichen IP-Wechsel eine Ex-Adresse eines Spammers zugewiesen worden war. Nach einem mauellen Reset des Routers, der dadurch eine neue IP bekam, war das Problem auch gelöst (dachte ich zumindest). Die Mails gingen raus.
Einen Tag später: "Wir können keine Mails mehr verschicken!" Oh nein, eine Workstation hat einen Trojaner. Der Spammer ist im LAN. Avira Workstation Pro läuft auf allen XP-Clients im LAN und hat in der Regel auch zuverlässig funktioniert. Hier ist aber wohl etwas schief gelaufen.
Um herauszufinden wer der Übeltäter ist, habe ich den SMTP-Traffic zwischen DSL-Router und LAN gesnifft. Da alle Clients an Switchen hängen, war passives Mithören am selben Switch mit einem Client nicht möglich (Das geht nur mit HUB's). Deshalb habe ich mit einer Debian-Kiste, 2 Netzwerkkarten und 2 Switches ziemlich umständlich einen Wiretap gebaut. Dabei war mir dieser Artikel von heise netze sehr nützlich.
Im Endeffekt muss nur die Verkablung des Sniff-Rechners stimmen, danach muss eine
Netzwerkbrücke erstellt werden:
Die beiden Netzwerkkarten im Rechner wurden gebridged, damit der ganze LAN-INTERNET Traffic auch durch den Pinguin fliessen konnte. Ein Sniff mit Wireshark auf TCP/25 brachte dann sehr schnell die Lösung. In Sekundenschnelle füllte sich das Livelog mit SMTP-Verbindungen eines LAN-CLients zu externen SMTPs.
Den Übeltäter habe ich mit dem Avira Rescue System gebootet. Die Live-CD hat einen Trojaner (TR/Trojan.GEN) festgestellt, konnte ihn aber nicht löschen. Ich habe die infizierte Datei (Zufallsname in system32/drivers) danach mit einer Ubuntu-Live-CD entfernt. Die Spamflut hatte aufgehört. Ich muss es noch einige Zeit beobachten, aber ich glaube der Client ist wieder Herr seiner Sinne.
Ich werde mir mal so einen USB LAN NIC besorgen. Dann geht das ganze auch mit dem Notebook. Das wäre viel angenehmer beim nächsten Mal.
Die heise Schnüffel-Bridge:
apt-get install brctl ifconfig eth0 -arp promisc 0.0.0.0 up ifconfig eth1 -arp promisc 0.0.0.0 up brctl addbr br0 brctl addif br0 eth0 brctl addif br0 eth1 ifconfig br0 -arp promisc 0.0.0.0 up
Mit der PS3 online zocken ohne Update 3.21 [defunct]
Leider funktioniert der Workaround seit dem 13. April nicht mehr. Sony überprüft inzwischen auch bei der Anmeldung ans PSN die Firmware-Version. Das Update Downgrade 3.21 für die PS3 entfernt die Linux-Unterstützung der PS3. Deshalb sollte man es nicht installieren, falls man die PS3 auch weiterhin als Linux-Rechner benutzen möchte. Um trotzdem mit der PS3 online zocken zu können muss man etwas tricksen und ihr vorgaukeln, es gäbe das Update auf 3.21 gar nicht. Danke an einige Unbekannte aus dem Golem-Forum, die die Methode zusammengebastelt haben. Ich habe sie lediglich in einem leicht zu benutzenden Skript zusammengefasst. Der Trick funktioniert so: Bevor die PS3 online geht, überprüft sie, ob sie die neueste Systemsoftware hat. Wenn nicht, wird der Benutzer zum Update aufgefordert und die Verbindung schlägt fehl. Zur Überprüfung verbindet sich die PS3 mit einem SONY-Server und liest dort eine Textdatei, in der die aktuelle Version hinterlegt ist.
Um der PS3 vorzugaukeln, dass sie bereits die aktuelle Version hat, benötigt man einen lokalen Proxy-Server (im Beispiel Squid), der die Anfrage an den SONY-Server an einen anderen Webserver umleitet, auf dem eine ältere Version der Textdatei liegt. Die PS3 denkt, dass sie aktuell ist und geht online.
Der Code wurde getstet unter einem Debian Lenny mit einem lokalen Webserver auf der Maschine. Er sollte aber auch unter Ubuntu ohne Probleme funktionieren.
Danach muss man in der PS3 als Proxy (Einstellungen -> Netwerk-Einstellungen -> Internetverbindungseinstellungen) lediglich noch die IP des Squid-Proxys angeben. Der Squid-Standardport ist 3128.
Leider ist das keine permanente Lösung. Sobald die ersten Games die Firmware 3.21 voraussetzen, werden diese durch diesen Workaround unspielbar. Aber wahrscheinlich ist ohnehin bald eine permanente Lösung verfügbar. Eventuell tut sich auch auf rechtlicher Seite etwas, da das Vorgehen von SONY klar gegen die EU-Direktive 1999/44 verstößt, die unter anderem vorschreibt, dass ein in der EU gekauftes Produkt die Funktion erfüllen muss, die dem Käufer zur Zeit des Kaufes bekanntgemacht wurde. Wörtlich: "fit for the purpose which the consumer requires them and which was made known to the seller at the time of purchase""
Linux auf der PS3 offenbar gerettet
Letzte Woche hat die neue PS3-Firmware Blogger-Wellen geschlagen, da sie als einziges neues Feature den Support für das zusätzliche Betriebssystem auf der PS3 entfernte. Heute präsentierte "GeoHot" seinen angekündigten Weg aus der Misere:
Ich habe bisher nicht upgedatet, um das "Other OS" nicht zu gefährden, da ich mir damit eine Emu-Box bauen wollte. Bisher wurde der Patch von Geohot noch nicht veröffentlicht. Um weiterhin mit einer nicht aktualisierten PS3 online gehen zu können, kann mit einem Webproxy wie zum Beispiel Squid gebastelt werden. Ich bin gespannt. Mehr Infos hier: http://geohotps3.blogspot.com/

